Liebe
Hundefreunde,
jetzt möchte ich mich
ausnahmsweise zu Wort melden,
obwohl ich Paulchen
versprochen habe, dass er seine Webseite alleine gestalten
darf, aber
beim Thema Rudelführerfehler möchte ich selbst mit Ihnen sprechen.
Denn wir haben nicht nur
einen vermeidbaren Fehler gemacht, wir haben so ziemlich alles
falsch gemacht, was man falsch machen kann. Aus
Unwissenheit, aufgrund falscher Beratung, fehlender
Informationen, und zu Anfang aufgrund unseres ersten,
vorsichtig formuliert: gedankenlosen Tierarztes:
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Wir
haben dem Bauernhof-Hobby-Züchter nicht genau auf die Finger gesehen,
bzw. die Unterlagen überprüft. Wir haben uns (natürlich) von den
bezaubernden Hundebabys einwickeln lassen. Dabei hatten wir bei unserem ersten
"mal gucken gehen" extra kein Geld mitgenommen, aber bitte, wozu gibt es
Bankautomaten?
Was sicher
für jeden
nachvollziehbar ist, der erst einmal so
ein Fellknäuel
auf den Arm genommen hat. Der
Verstand setzt aus, die Liebe ein. Leider
haben auch wir dazu beigetragen, dass
ein "Vermehrer" sein Geld verdient.
Bauernhofhund ohne Papiere, ja, DAS war
uns doch egal. Zumal es eh keine
Garantie auf einen HD-freien Hund gibt.
Und auf einen Stammbaum haben wir
auch keinen Wert gelegt.
HEUTE würden wir keinen Hund aus unkontrollierter Zucht kaufen. Er
brauchte
kein Champion zu sein, keine Ahnentafel haben, aus der blaues Blut
tropft.
ABER dass er aus einer verantwortungsvollen Zucht kommt,
dass seine
GANZE FAMILIE HD-frei ist, dass seine Eltern und Großeltern frisch und
vernünftig ernährt worden sind, dass die "Mutter" nicht als Wurfmaschine
benutzt
wird und wurde, DAS wären unsere Bedingungen. Und das kann man
schon kontrollieren, darüber wird Ihnen auch jeder verantwortungsvolle
Züchter
gerne Auskunft geben.
HD - Gefährdung
Zu den Rassen, die besonders HD gefährdet sind gehören nach Untersuchungen
von Dr. Mark Flückiger von der Veterinär-Chirurgischen Klinik der Universität Zürich:
der Golden und der Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund,
Neufundländer, die Setter (Irish, English und Gordon)
Gründe für die nach wie vor hohe Zahl von HD Erkrankungen sind der von den Rasseclubs gebilligte Zuchteinsatz dysplastischer Elterntiere (HD-Grad C), das Einkreuzen von schlecht kontrollierten ausländischen Blutlinien (insbesondere
aus England, wo auch für hochgradig dysplastische
Hunde keine Zuchtbe-
schränkung besteht!) und das
weitgehende Fehlen einer Nachzuchtkontrolle.
Diese würde auch als Grundlage
für eine Zuchtwertschätzung dienen
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Wir haben uns (natürlich) den dicksten und tolpatschigsten
Welpen
aus dem Wurf ausgesucht.
Woraus man zweierlei
ableiten kann, dass er erstens keine Probleme hat, sich
gegen die Geschwister am
Napf durchzusetzen und ein kleiner "Haudegen" ist,
oder, netter
gesagt, über eine gewisse innere und auch äußere Stärke
verfügt. Zweitens, seine Gewichtszunahme ganz besonderes Augenmerk
erfahren sollte.
HEUTE wissen wir,
dass Welpen, die besonders "charakterstark" sind, eine
besonders konsequente und aufmerksame Erziehung brauchen. Dafür
braucht
man Zeit, Geduld und
Nervenstärke. Darüber hinaus ist zu schnelles Wachstum,
bei dem die Gelenke kaum
mithalten können, ausgesprochen HD - fördernd.
Ohne
"hoch gehungert" zu werden, sollten Hunde bereits im Wachstum
schlank gehalten werden, auch wenn das Erwachsenwerden somit
vielleicht 2-3 Monate
länger dauert.
Die Gefahr, dass ins
Kraut schießende Hunde Gelenkprobleme
bekommen, wird definitiv von
viel zu vielen Ärzten unterschätzt!
"Der Hund sollte
möglichst langsam und mager groß werden. Er erreicht seine genetisch
vorgesehene Größe dann halt erst ein bis zwei Monate später."
Daniel Koch
BITTE informieren Sie
sich genauestens, was für die jeweilige Rasse noch als
normal gilt und stellen
Sie besser zu früh als zu spät auf "Erwachsenenfutter" um.
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Da
unser Paulchen versuchte, uns zu erziehen und seinen Willen durchzusetzen,
riet uns unser erster TA dringend
zu einer Frühkastration: "denn wir würden mit
unserem Hund, einem Alpha-Tier, sonst nicht fertig".
HEUTE wissen wir, dass
eine konsequente Erziehung mit ruhiger Hand,
das Problem hätte lösen
müssen. Wer das Maß an Autorität nicht findet,
um sich als Rudelführer
durchzusetzen, sollte besser ganz die Hände
von Welpen lassen.
Eine
Kastration "um ihm den Schneid abzukaufen" ist mit
Sicherheit
die falsche Wahl des Mittels bei ungebärdigen Rüden.
Der gesamte
Hormonhaushalt des jungen Hundes wird durch die Früh-Kastration
aus der Bahn geworfen,
was einigen Krankheiten, bis hin zur HD, Vorschub leistet.
Dass andere Hunde ihn
lebenslang nicht für voll nehmen und dominieren wollen,
ist für seine Psyche
auch eine wirklich nicht zu unterschätzende Belastung.
Ich höre unseren
damaligen TA noch sagen: Dann bleibt "er" ein Leben lang ein
Kasper.. DAS fanden wir nicht
schlimm, aber über die Gefahren einer Kastration,
wurden wir NICHT
aufgeklärt. Lassen Sie keinen Hund wegen leichterer
Führbarkeit kastrieren, es ist wirklich unverantwortlich! Das Geld dafür
investieren Sie lieber in
eine gute Hundeschule.
Aus
medizinischer Sicht ist die „Kastration“ der Hunde und
Katzen
(strenge Maßstäbe angelegt) überhaupt nicht zu verantworten:
Die,
ihrer Keimdrüsen beraubten Tiere nehmen erheblich an Gewicht
zu.
Irgendwann funktioniert ihre Schilddrüse nicht mehr so
richtig, Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen und andere
Leiden treten in Erscheinung.
Tierklinik-HH-Rahlstedt
Frühkastrationen:
"Den Hunden
(männlich wie weiblich) und ihren Besitzern die
Negativfolgen der Kastration zuzumuten ist eine
Riesengemeinheit."
..."Können zu Entkalkungen (Osteoporose) im Alter führen (war
bei uns vor 8-5 Jahren Mode, jetzt haben wir die
Demineralisierungs-Probleme bei diesen Hündinnen).
Hormonelle Dysbalance/ Haarausfall/ Teddyfell: sind ein
Zeichen dafür, dass das Zusammenspiel der
Hormon produzierenden Drüsen massiv gestört ist, was in der
Folge meist zu Insuffizienzen diverser Drüsen, v.a. der
Schilddrüse, führt." Dr. med. vet. Edgar
Frhr. v. Cramm
mehr>>
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Sie finden
weiterführende Informationen durch die Links, die ich eingebaut
habe, sollten sich aber auch gerne auf
eigene Faust durch die jeweilige Thematik
"googlen",
oder zur klassischen Literatur greifen. Jedes
bisschen Wissen, auch
jedes Infragestellen von althergebrachten
Meinungen, von "Routine", kann Ihrem
Hund womöglich nachhaltige
gesundheitsschädliche Folgen ersparen.
...Seit vielen Jahren versuchen wir unseren
Kunden, die ihre Hündin „kastrieren“ lassen wollen, dazu zu
überreden, ihr wenigstens einen Eierstock zu belassen. Diese
Praxis hat sich bewährt: Keine Blutungen mehr während
des Zyklus
(bei
vollständig entfernter Gebärmutter)– die Tiere bleiben
schlank und vital.
Bei Rüden sind wir dazu übergegangen, das zu tun, was in
der Humanmedizin
üblich Praxis ist:
die Unterbrechung des Samenstrangs. Auch hier ist zu
beobachten, dass die Tiere schlank und vital bleiben. Diese
chirurgischen
Eingriffe bei
Hündinnen und Rüden sind wesentlich unkomplizierter als die
in
der Tiermedizin
üblichen radikal-chirurgischen Vorgehensweisen – und deshalb
auch sehr viel
preiswerter."
Zitat aus
http://www.kritische-tiermedizin.de/2007/Mord_und_Totschlag.html
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Das
Röntgenbild, das bei seiner Kastration
im siebten Lebensmonat
gemacht wurde (weil er ja sowieso in
Narkose lag), das quasi keine Anzeichen
von HD aufwies ( rechts HD-frei, links auch nur ganz eventuell
) war trügerisch.
HEUTE wissen wir, dass nur
die Kombination mit so genanntem
"Stressröntgen" einen Aufschluss darüber
gibt, ob eine Neigung zur HD besteht. Es soll Ärzte
geben, die eine
Lockerheit der Hüften mittels Tastbefund, nach einem Dutzend
Lebenswochen feststellen können, aber ich halte Sie für Ausnahmen.
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Zitat Dr.
Müller, Heinsberg
Sinn und Unsinn des Vor-Röntgens
In
Hundesport und Züchterkreisen ist es Tradition, den Junghund im
Alter von 4 - 6 Monaten Vor-Röntgen zu lassen um sarkastisch
gesagt, die Spreu vom Weizen zu trennen. Bedauerlicherweise wird
dabei häufig auf eine Sedation- oder Kurznarkose verzichtet,
weil der Junghund das auf den Rücken Legen und Strecken der
Hintergliedmaße häufig leidlich toleriert. Das Ergebnis sind oft
nicht nur asymmetrisch abgebildete Hüftgelenke sondern auch
scheinbar recht stabile Gelenke. Ein Trugschluss! Durch die
spezielle Lagerung bei der HD-Aufnahme verdrehen sich nämlich
Gelenkkapsel, Bänder und Muskulatur und täuschen stabile
Gelenkverhältnisse vor.
Stress-Röntgenaufnahmen zur
Früherkennung der HD
Eine gute Frühdiagnostik erfordert zwei Röntgenaufnahmen:
eine in klassischer HD-Lagerung und eine zweite als
Stressaufnahme. Dabei wird ein Sandsack oder Holzkeil zwischen
die Hinterbeine gelegt und durch Zusammendrücken der Kniegelenke
eine auswärts gerichtete Kraft auf beide Hüftgelenke ausgeübt.
Mit dieser einfachen Methode lässt sich eine eventuelle
Instabilität der Hüftgelenke nachweisen. Sie ist übrigens nicht
abhängig von der angewandten Kraft. Die Oberschenkelköpfe lassen
sich bereits durch leichte Kompression nach außen luxieren. Die
Unterschiede zwischen beiden Aufnahmen sind oft frappierend: da
eine als „normal" erscheinende Hüfte und dort ein stark luxierter Oberschenkelkopf. Fachleute berechnen anhand der
Stressaufnahmen einen Instabilitätsindex, der Aufschluss über
den Schweregrad der HD geben soll. Diese Unterschiede erklären
vielleicht, warum manche Hunde, die beim offiziellen HD-Röntgen
als „HD-frei“ klassifiziert wurden, im Laufe der Jahre dennoch
eine schwere HD mit Arthrose der Hüftgelenke entwickeln können.
Beim HD-Verfahren wird bekanntlich keine Stressaufnahme
durchgeführt.
mehr >>>
Meine Fragen an Dr. Müller und seine Antworten:
HIER
unbedingt
anschauen!!
DBO bei Junghunden
(youtube)
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Paulchen hat (natürlich)
das gute, teure Welpenfutter, das uns der Züchter empfohlen hatte,
bis zum 12.ten Monat weiter bekommen. Er wuchs und gedieh
"prächtig",
und wir, dumm, wie wir
waren, haben uns auch noch darüber gefreut.
HEUTE wissen wir, dass zu
schnelles Wachstum Gift für Hundegelenke ist,
dass zu proteinreiches Hundefutter einem
Welpen mehr schadet als nützt.
Darüber hinaus stellen wir uns heute die
Frage, ob abwechslungsreiche, frische Nahrung, von Welpenbeinen an,
unserem Hund nicht nur die Allergieanfälligkeit
erspart hätte, sondern auch die Folgen
der genetischen Dispositionen in Sachen Gelenke. Je länger wir uns
mit HD und anderem beschäftigen, desto sicherer
sind wir, dass viele Erkrankungen zu je
einem Drittel genetisch bedingt sind, durch falsche Haltung und
Überlastung entstehen oder gefördert werden, und nicht zuletzt durch
enzymatisch tote, konservierte und belastete Industrienahrung.
Und wer
noch glaubt, dass er einen Hund mit 15 Cent pro Portion
Trockenfutter gesund ernähren kann (siehe Stiftung Warentest),
sollte sich das vermeintlich gesparte Geld auf ein Sparbuch legen.
Er wird es für Tierarztbesuche brauchen.
mehr>>>
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Wir fanden unseren
Dielenboden
natürlich
optimal zum Säubern, ein kleiner Hund, schleppt ja doch schon eine ganze Menge Schmutz ins Haus..
HEUTE wissen wir, dass alle glatten Böden für Hunde, besonders während der
Wachstumsphase "Gift" für die Gelenke sind, denn sie müssen sich beim starten
und landen weitaus mehr anstrengen, als auf einem
"griffigen" Bodenbelag.
Bitte lesen Sie,
was ein Fachmann dazu sagt.
mehr>>
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Was haben wir doch für einen ausdauernden
kleinen Hund,
und wie schön er nach
jedem Spaziergang schläft, wie ein kleines Murmeltier..
HEUTE wissen
wir, dass Überlastungen, gerade im Welpenalter,
der HD zuträglich sind. Kleine Hunde laufen ihrem
Rudelführer bis zur totalen Erschöpfung hinterher.
WIR sind in der Verantwortung, auf unsere Hunde zu
achten und beim Spaziergang
auf
die Uhr zu schauen, ganz gleich "wie schön er
gerade spielt". Faustregel (nach Flückinger) 1 Minute
pro Lebenswoche / pro Spaziergang!!
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Fazit: Wir
glauben nicht nur, dass wir vieles falsch gemacht haben,
wir wissen es.
Es ist mir
als Laien nahezu unmöglich, Hundehalter "aufklären" zu
wollen; wenn
uns
heute bei längeren Spaziergängen Welpen
begegnen, die vor Erschöpfung
kaum noch
ein Bein vor das andere bekommen, versuche ich
zumindest, die Bitte
los
zu werden, sich doch einmal bei
Fachleuten wie Flückinger, Cramm oder
Schrader in Sachen "Großwerden" zu informieren.
In Sachen
Frühkastration und Ernährung erscheint mir Aufklärung
sogar noch
aussichtsloser zu sein.
Alles, was mittlerweile einfach üblich ist, wird nicht mehr in
Frage gestellt,
und
Haus-Tierärzte weisen schlichtweg einfach nicht genügend
auf die Gefahren hin, die ich Ihnen hier
GRÜN
geschildert habe. Vielleicht wissen sie nicht genug
darüber, vielleicht ist das Interesse an gesund und
vernünftig heranwachsenden Hunden auch nicht
ausgeprägt genug. Ich weiß, dass das
anmaßend und verunglimpfend klingt,
dabei
will ich nicht DEN Tierärztestand in
Verruf bringen, aber Aufklärung tut mehr
als Not. Und hier sind nun einmal die Tierärzte
der erste und leider oftmals einzig akzeptierte Ansprechpartner der Hundehalter.
Allein fünf Minuten
vernünftige Tipps von ihrer Seite
könnten so manchem Hund viel Leid ersparen.
Gegen
genetische Disposition ist auch ein Tierarzt machtlos,
wenn der Welpe
auf der Welt
ist, aber gegen Unwissenheit der Hundehalter ist er es
nicht ganz.
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